Fragen an die Zeit. Architekturtheorie heute 03.Juli 2026, TU Berlin

Das Ungers Archiv für Architekturwissenschaften (UAA) und das Fachgebiet Architekturtheorie organisieren für den 3. Juli 2026 die internationale Konferenz Fragen an die Zeit. Architekturtheorie heute. Die Konferenz knüpft unmittelbar an die internationale Konferenz zur Theorie der Architektur an, die O. M. Ungers 1967 an der TU Berlin initiiert hatte. Anlass für die Konferenz ist der 100. Geburtstag von O. M. Ungers am 12. Juli 2026.

Die Konferenz von 1967 war die erste Konferenz zur Architekturtheorie in Deutschland. Die Bedeutung der Konferenz besteht darin, dass sie zu einer Reihe von Ereignissen gehört, die ein Umdenken in der Architektur ausgelöst haben und die Architekturtheorie als festen Bestandteil der Architektur etabliert haben. Im selben Jahr wurde das GTA (Institut für Geschichte und Theorie der Architektur) an der ETH in Zürich, das IGMA (Institut für Grundlagen moderner Architektur) an der Technischen Hochschule Stuttgart und das IAUS (Institut for Architecture and Urban Studies) durch Peter Eisenman in New York gegründet. Seitdem kann es keine Architektur ohne kritische Theorie ihrer Grundlagen geben. 

Wie damals ist auch die heutige Zeit durch eine Krise geprägt, die die Architektur in ihren Grundlagen erschüttert. 1967 waren es die Kritik an der Unmenschlichkeit der wiederaufgebauten Städte in der Nachkriegszeit, die autogerechte Stadt, der Bauwirtschaftsfunktionalismus, der Verlust von Geschichtlichkeit und Historizität und der Verlust der Souveränität der Architektur über ihre Mittel. Heute dagegen sind es die künstliche Intelligenz, der Klimawandel, die Ressourcenknappheit und die demographischen Schrumpfungsprozesse, die ein Neudenken des Beitrages der Architektur zu einer lebenswerten Umwelt auslösen. Es geht um nichts weniger als um das Verhältnis von menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren, oder, anders formuliert, um das kritische Überdenken des Verhältnisses von Mensch, Architektur und System Erde. 

Hier setzt die Konferenz Fragen an die Zeit. Architekturtheorie heute an. Die Tagung möchte, unter den sich verändernden wie auch sich gleichbleibenden Bedingungen, die Frage nach Aufgabe, Wirkung und Verfahren der Architekturtheorie in Forschung, Lehre und Praxis aufwerfen. In drei Sektionen werden dazu die Themen Theory and Critical Theory, Theory between Past and Future und Theory between AI and Architectural Intelligence diskutiert werden. Dazu werden namhafte Architekturtheoretiker und -historiker eingeladen, gemeinsam über die Fragen der Zeit und den Beitrag der Theorie der Architektur zur Gestaltung des gesellschaftlichen, ästhetischen, materiellen, demographischen und technologischen Wandels nachzudenken. Die Konferenz wird neben einem globalen auch einen Akzent auf die regionalen Herausforderungen in Europa setzen.

Programm

09:15-10:00 Eröffnung, Begrüßung und Einführungsvortrag
Jörg H. Gleiter, Anja Sieber-Albers, Sophia Ungers,

10:00-12:00 Theory and Critical Theory
Tom Avermaete, Sandra Meireis, Lara Schrijver, Mod: Federike Lausch

13:00-15:00 Theory between Past and Future 
Joseph Bedford, Jasper Cepl, Ole W. Fischer, Mod: Adria Daraban

15:30-16:30 Panel discussion 
Jörn Janssen, Fritz Neumeyer, Werner Oechslin, Mod.: Jörg H. Gleiter 

16:45-18:45 Theory between AI and Architectural Intelligence
Beatrice Colomina, Wolfgang Schaeffner, Albena Yaneva, Mod.: K.Platzgummer

19:30-21:00 Keynote lecture
Mark Wigley