Eröffnung: Donnerstag, 24. September um 18.30 Uhr.
Die Prinzipien moderner Architektur und Stadtplanung haben sich seit dem Zweiten Weltkrieg so umfassend durchgesetzt, dass sie das Erd- und Klimasystem mit destabilisiert haben. Das Planen und Bauen steht unter anderem deshalb vor einem tiefgreifenden Wandel. Anlässlich des 50. Jubiläums von Lucius Burckhardts Zeit als erster Vorsitzender des Deutschen Werkbundes richtet die Ausstellung „wandel gestalten. Das Netzwerk Lucius Burckhardt und der Werkbund“ den Blick in zwei Richtungen: auf die Tradition des ökologischen Bauens seit den 1970er Jahren und die Gegenwart der digitalen Transformation.
Die Ausstellung ist kuratiert von Felix Dölker (Werkbund Hessen) und Alexander Stumm (Werkbund Berlin), entstand in Zusammenarbeit mit Studierenden der Hochschule Darmstadt und der TH Lübeck und wurde erstmalig im Frühjahr 2026 im WerkbundForum des Deutschen Werkbund Hessen in Frankfurt am Main gezeigt.
Der erste Teil der Ausstellung widmet sich den vielfältigen Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Publikationsprojekten des Werkbundes in den Jahren 1976–83. Der Werkbund, und mit ihm Lucius Burkhardt an der Spitze, stand in dieser Zeit für eine Fundamentalkritik an der konventionellen Bauindustrie und der top down geplanten, autogerechten Stadt. Er propagierte stattdessen neue partizipative Strukturen und ökologische Konzepte. Lucius Burckhardt war allerdings nur der Kopf eines viel größeren Akteursnetzwerks zu dem auch Michael Andritzky, Ot Hoffmann, Rudolf Doernach, Gernot Minke, Walter Segal oder Eilfried Huth zu zählen sind. Ihre radikale Offenheit für eine andere Architektur kann erneut Vorbild für den heutigen Wandel des Planen und Bauens sein. Die Ausstellung „wandel gestalten. Das Netzwerk Lucius Burckhardt und der Werkbund“ will damit einen kaum aufgearbeiteten Teil der Werkbund-Geschichte ins heutige Bewusstsein bringen.
Im zweiten Teil richtet die Ausstellung den Blick auf die Gegenwart und fragt, wie sich die kritischen Themen des Werkbundes und Lucius Burckhardts eigene planerischen Ansätze – insbesondere die Promenadologie – auf die Herausforderungen des digitalen Zeitalters übertragen lassen. Dabei rückt sie die unsichtbaren Architekturen der Digitalisierung in den Fokus und spannt den Bogen von algorithmisch gesteuerten Plattformen und KI-gestützten Planungstools bis zu den Klimafolgen und sozialen Problemen digitaler Infrastrukturen. Wie Burckhardt seinerzeit mit feinem Gespür die fossilen Logiken der autogerechten Stadt auseinandernahm, gilt es heute, die Machtverhältnisse, die Umweltauswirkungen und Gestaltungslogiken digitaler Räume zu entschlüsseln – und nach partizipativen Alternativen zu suchen.
Flankiert wird die Ausstellung von Büchern mit Texten Lucius Burckhardts zur Promenadologie, die in einem Typografieseminar an der Hochschule Darmstadt unter der Betreuung von Su Korbjuhn, Vincent Brod und Rade Matic erarbeitet wurden.
Ablauf Eröffnung am 24. September
Begrüßung
Kerstin Faber, Vorsitzende Deutscher Werkbund Berlin
Einführung durch die Kuratoren
Prof. Felix Dölker, Hochschule Darmstadt
Prof. Dr. Alexander Stumm, Technische Hochschule Lübeck
Anschließend
Re-enactment der Szenenfolge „Zwischen den Stühlen“ von Lucius Burkhardt
Die Ausstellung findet im BHROX bauhaus reuse statt, basierend auf einer Kooperation zwischen dem Werkbund Berlin mit dem BHROX baushaus reuse / zukunftsgeraeusche
Eröffnung: Donnerstag, 24. September um 18.30 Uhr
Dauer: 25.September – 22.Oktober 2026
Öffnungszeiten: DI-SO, 12 bis 20 Uhr
Ort: bauhaus reuse, Mittelinsel (Kreisverkehr) Ernst-Reuter-Platz, 10587 Berlin

